Sprunghafter Anstieg der Zahl an Pflegebedürftigen – 30.000 Pflegekräfte fehlen
Der GKV-Spitzenverband hat einen starken Anstieg der Pflegebedürftigen festgestellt. Zudem fehlen derzeit 30.000 Vollzeitkräfte in der Pflege.
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hat
nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr einen sprunghaften Anstieg bei der
Zahl an Pflegebedürftigen festgestellt. „Wuchs die Zahl der Pflegebedürftigen
in früheren Jahren etwa um 326 000 Fälle pro Jahr, gab es 2023 auf einmal ein
Plus von 361 000 Fällen. Das ist ein Anstieg von elf Prozent“, sagte der
GKV-Vizevorsitzende Gernot Kiefer den Zeitungen der Funke
Mediengruppe (Montag).
Es gebe noch keine abschließende Antwort darauf, woher
dieser Anstieg komme. „Denkbar ist, dass es ein einmaliger Nachholeffekt der
Pandemie ist: Viele ältere Menschen haben sich möglicherweise erst spät wieder
getraut, die Prüfer des Medizinischen Dienstes ins Haus zu lassen. Sollte dies
jedoch ein neuer Trend sein, wird sich die Lage in der Pflege noch einmal
deutlich kritischer darstellen.“
In der Pflege fehlen 30.000 Vollzeitkräfte
Der Anstieg werde sich nicht ewig in dieser Dynamik
fortsetzen, sagte Kiefer. „Ab der zweiten Hälfte der 2030er Jahre wird sich die
Kurve etwas abflachen, wenn die Welle der Babyboomer abebbt.“
Nach Einschätzung des GKV-Spitzenverbandes der gesetzlichen
Krankenkassen fehlen aktuell 30.000 Vollzeitkräfte in der Pflege. Wenn nicht
entschlossen gegengesteuert werde, „wäre die Lage in zehn Jahren dramatisch“,
sagte Kiefer. Er hält die Idee von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach
(SPD) für richtig, Pflegekräften mehr medizinische Kompetenzen und mehr
Einsatzbereiche zu geben.
Source: Altenheim, 2024

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